Der „Gipfelstürmer“ und „Momentnsammler“ Werner Schmidbauer zu Gast in der KürnacherKulturWerkstatt
22 Jahre lang war Werner Schmidbauer als Moderator der Reihe „Gipfeltreffen“ eine feste Größe im Bayerischen Fernsehen. 2025 besann sich der studierte Journalist und Liedermacher wieder auf seine Wurzeln und ging als „Momentnsammler“ auf seine neue Tour, die ihn auch auf kleinere Bühnen führt. Statt auf großen Bühnen mit mehr als 1000 Zuhörer*innen auf Bühnen vor 100 Fans zu spielen, ist sicher eine Herausforderung – aber Schmidbauer tut das bewusst und aus freiem Herzen und man nimmt ihm dieses “ back to the roots“ voll und ganz ab.
Charmant, authentisch und (selbst)kritisch führt er durch seinen! Abend, nur begleitet von Gitarren und Bluesharp. Das begeisterte Publikum – das Konzert war übrigens nach 36 Stunden schon ausverkauft- nimmt er mit auf eine musikalische Reise durch die eigene Biografie. Mit knapp 15 schrieb er den Song „Pubertätsblues“, in dem er davon träumt, endlich 15 zu werden, Mofa fahren zu dürfen, nur noch Cowboystiefel tragen zu wollen und endlich von den Mädchen gesehen zu werden. In seiner Münchner Schulzeit lernt er Ecco Meineke kennen, mit dem er z.B. in der legendären Michael-Schanze-Show eben diesen Pubertätsblues performed hat (auf YouTube kann man sich das Video von diesem Auftritt übrigens noch anschauen).
Im Laufe seines Musikerlebens schreibt Schmidbauer über 200 Songs, die bei vielen im Publikum sehr präsent sind. Songwünsche greift er im Konzert gerne auf und spielt sie, immer begleitet von einer kleinen Geschichte zur Entstehung, mit Herzblut, Liebe und Empathie. So hat er das Lied „Weil du gehst“ in den letzten Lebenswochen seiner an Demenz erkrankten Mutter geschrieben, weil er gespürt hat, dass sein Spiel auf der Gitarre sie noch irgendwie erreichen kann und eine letzte Verbindung mit ihr herstellt. Der Song “ Mei, gehts uns heit wieder schlecht!“ ist in der Sauna in Bad Wiessee entstanden und karikiert die wohlhabende Gesellschaft, die auf hohem Niveau jammert und meckert und gar nicht merkt, wie gut sie es eigentlich hat. Bei „Mir san oans“ wird er politisch und ruft dazu auf, sich bewusst zu machen, dass wir alle auf einem Planeten leben und für diesen verantwortlich sind. „Wenn wir das an die Wand fahren“, so Werner Schmidbauer, „blamieren wir uns vor unseren Kindern“.
Bei „Daugn“, den er wie viele andere Songs auch jahrelang mit Martin Kälberer gespielt hat, geht es um das, wozu wir im Leben Lust haben und was wir gerne mal machen würden.
Für ihn ist es unbedingt immer noch Musik, Plauderei und Bühne. Auch nach „50 Jahren on Stage“ bleibt Schmidbauer glaubwürdig, nahbar und authentisch. So wird der Abend in Kürnach zu einem unvergesslichen!
Schmidbauer bedankt sich beim Publikum für Mitwirkung und Applaus, beim Vorstand der KKW für die Organisation und liebevolle Durchführung des Abends und er wünscht viele weitere Jahre gelingende Kulturarbeit in Kürnach. Dies greift die 1.Vorsitzende der KKW, Sieglinde Bayerl, auf, bedankt sich für einen wunderbaren Abend und blickt schon voraus auf das KKW-Jubiläumsjahr 2027, das einige Überraschungen bereit halten wird.
Ille Gebhardt-Gögercin



